Farewell, Twitterfolks

Same as it was, when I’ve quit smoking 1,5 years ago, today I decided quite spontaneously, that Twitter will not be a part of my everyday life anymore. There’s no special reason, just the certainty that I have to move on.

My journey will lead me to new projects as well as to places all around the world.
So if you like to show me your place, don’t hesitate to drop me a line or too.
I will not close my twitter account and will love to read your DM, even if you like to stay anonymous.

Thank you for sharing your thoughts, informations and pictures with me. I will post my sketches and photos on Instagram from time to time – feel free to follow!

Bye & cheers 🙂

Ein Abschied von Twitter

So wie ich vor 1,5 Jahren plötzlich wusste, dass das Rauchen nicht mehr zu meinem Leben gehört, war es heute mit Twitter.
2,5 Jahre lang diente mir mein Account als Drainage für plötzlichen Mitteilungsdrang, Inspirations- und Infoquelle, aber auch als Ort der Begegnungen – mit lieben Menschen genauso wie mit Anteilen meines Selbst. Diese hatten eine Weile besonders viel Aufmerksamkeit verlangt, weil sie wohl genauer angeschaut und weiter entwickelt werden wollten.

Nun geht die Reise geht weiter.

Zu neuen Projekten, die schon in Vorbereitung sind und dann gibt es ja auch noch ganz viele Orte, die ich mir aus der Nähe anschauen werde.
Wenn du, liebe/r Follower/in, mir deinen Ort mal zeigen möchtest, dann schreib mir doch einfach eine DM (meinen Account werde ich so stehen lassen). Vielleicht werde ich schon bald in deiner Nähe sein. Ich freue mich aber genauso über ein paar Zeilen, aus der Anonymität gesandt.

Machs gut! ❤

P.S.: Meine Skizzen und Fotos wird es weiterhin auf Instagram zu sehen geben.

 

 

 

Furchen

Schau mal, wie der schaut. Da werden ja Zitronen neidisch. Was für eine Hackfresse die zieht. Der Frust hat sich in ihr Gesicht gegraben.
Arme Kreaturen, haha!

Wieso schaust du denn so böse?
Tu ich doch gar nicht, ich höre nur konzentriert zu.
Alles ok bei dir?
Ja, wieso fragst du?

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Ich hab da diese Furchen im Gesicht. Links und rechts an den Nasenflügeln beginnend. Sind vor Jahren mal aufgetaucht, schwierige Phase. Und dann sind sie geblieben, etwa so wie der trockene Husten, lange, nachdem ich aufgehört habe zu rauchen.

Vielleicht hab ich den auch nur, weil mir immer das Lachen im Hals stecken bleibt, wenn mir so ein mürrisch aussehendes Gesicht begegnet und ich dann an mein Spiegelbild denke.

Der Platz im Park

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Weg ist der alte Baum, der umgefallen war.
Weg sind seine Wurzeln, keine kleinen Geschenke mehr dazwischen

Neue Bäume stehen da nun.
Noch zu schwach, um Stürmen stand zu halten

Äste, auf denen man nicht sitzen kann.
Aber man könnte stattdessen fliegen, wüsste ja eigentlich, wie

Mit der Zeit.
Vielleicht

 

Worte

In Goldstaub gerollt, auf einen Altar gehoben
Kaum errichtet, schon gebrochen, in der Mitte
In eine stinkende Kloake gefallen, wertlos

Durch Flammen veredelt, gehärtet zu Stahl
Ein Riss im Boden, verschlingt das Unbesiegbare
Gerade noch hier, schon dem Blick entschwunden

Umspielt von Wellen, kristallisiert, funkelnd
Gegen einen Felsen geschwemmt, vielfach gebrochen
An Land gespült, vermengt mit Sandkörnern

Mit Flügeln in den Himmel getragen, zur Sonne
Die Federn verbrannt und abgefallen, alle auf einmal
Zu Boden gestürzt, ohne Umweg, da liegen sie nun.

Die Geschichte von der Katze und dem Adler

Märchen (Diminutiv zu mittelhochdeutsch maere = „Kunde, Bericht, Nachricht“) sind Prosatexte, die von wundersamen Begebenheiten erzählen. Im Unterschied zur Sage und Legende sind Märchen frei erfunden und ihre Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt.
(Quelle: Wikipedia)

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Es war am ersten Morgen im Jahr, an dem sich abzeichnete, dass der Abschied vom Sommer ein endgültiger sein würde.
Sonnenstrahlen tasteten sich durch die feuchtkühle Luft, durch Bäume, von denen Tropfen des Regens der vergangenen Nacht fielen. Im Park der Königin von Batavia standen viele Bäume, grosse, alte, und sie bewegten ihre Kronen im Wind gemeinsam mit den Wellen des nahen Meeres zu einem bedächtig rauschenden Walzer.

In der Mitte des Parks stand, aufgebaut auf einem steinernen Sockel, eine riesengrosse Voliere. In dieser lebte ein Adler schon lange Zeit und hatte hier ein schönes Leben. An jedem Tag, zur gleichen Stunde kam eine Wache der Königin, um ihn mit frischen Innereien zu füttern. Davon nicht genug, brachten auch noch Spaziergänger verschiedenen Leckereien mit, die sie an den Rand des Sockels der Voliere legten.
Der Adler war aber nicht gefangen, oh nein! Mit Schnabel und Kralle öffnete er die schmiedeeiserne Türe, verspeiste die neuesten Gaben und begab sich dann auf einen Spaziergang. Ja, er spazierte, denn geflogen war er schon sehr lange nicht mehr. Wozu auch? Er musste ja keine Beute ausspähen, von hoch oben in der Luft. Und Gesellschaft hatte er am Boden genug.

An diesem Morgen im Frühherbst also begann der Adler wie gewohnt seine Runde durch den Park, nachdem er ausgiebig gefrühstückt hatte. Von der rechten Seite der Voliere aus schritt er stolz erhobenen Hauptes den Kiesweg entlang und kam ihm ein Besucher des Parks entgegen, drehte er huldvoll den Kopf zum Grusse. Dieser Anblick war den Spazierenden immer wieder eine Freude, sie lachten und winkten dem Adler zu.

Als der Adler den kreisförmig angelegten Weg zur Hälfte gegangen war, blieb er vor einem unerwarteten Hindernis stehen. Von der Rotbuche, die immer von der dem Meer zugewandten Seite des Parks aus in die Ferne geschaut hatte, lag die Hälfte quer über den Weg. Ein Blitz hatte sie wohl der Länge nach gespalten und als der Adler näher trat, nahm er einen Geruch wahr, den er noch nicht kannte. Zögerlich tat er noch zwei Schritte und erblickte nun, unter dem brachial geformten Stammesteil hervor ragend, ein Stückchen Fell. Zwei kleine Lichtpfeile trafen ihn. Der Adler, der Zeit seines Lebens keinerlei Gefahren gekannt hatte, trat noch näher heran und erkannte in dem Fellstück eine Katze. Sie hatte sich wohl, unter dem Holzstück zusammen gekauert, vor dem Regen der vergangenen Nacht in Sicherheit gebracht.

Die Katze drehte sich halb um sich selbst, streckte die Vorderpfoten aus und lugte mit ihrem Köpfchen unter dem Baumstamm hervor. Beim Anblick des Adlers schien sie nicht ängstlich und als er direkt vor ihr stand, maunzte sie kurz und musterte das Vogeltier. Sie kam nun aus ihrem Versteck ganz hervor und die Sonne liess ihr rot getigertes Fell aufleuchten. Einen Halbkreis ziehend, schlich die Katze um den Adler herum, blieb kurz, zum gefallenen Baumstück blickend, stehen, schaute den Adler nochmals an und lief davon, auf das Städtchen vor dem Schloss der Königin zu.

Der Adler sah der Katze noch kurz nach und dann unter den Baumstamm, dort, wohin die Katze geschaut hatte. Ein Leckerbissen! Eine kleine, tote Feldmaus. Die Katze hatte wohl gespürt, dass der Adler nicht mehr selbst jagte und meinte, ihn vor Hunger bewahren zu müssen. Der Adler reckte seinen Hals und schnappte nach dem Geschenk der Katze. Nachdem er es ganz gefressen hatte, suchte er einen Weg um den gefällten Baumteil herum und beendete seinen Spaziergang. Bei der Voliere angekommen, stieg er den Sockel hinauf, in seine Behausung hinein und schloss hinter sich das Türchen.

Am nächsten Tag, um die gleiche Uhrzeit, spazierte der Adler wiederum durch den Park. Als er die Stelle passierte, an welcher er tags zuvor der Katze begegnet war, lag dort zwar die gefallene Baumhälfte, die Katze aber war weit und breit nicht zu entdecken. Aber ein Geschenk hatte sie da gelassen. Keine Maus diesmal, sondern ein Brocken trockenen Brotes, den sie wohl in der Stadt aufgelesen hatte. „Nun gut, zwar kein Leckerbissen“, dachte der Adler, aber er pickte trotzdem mit dem Schnabel danach und schluckte das Brot hinunter.

In den folgenden Wochen wiederholte sich diese Begebenheit, variierend. Manchmal war die Katze da, dann wiederum nicht, hinterliess aber immer etwas zu Fressen für den Adler. Traf der Adler auf die Katze, lief sie ihm zur Begrüssung entgegen und strich langsam an seinem Federkleid entlang. Den vom Blitz gefällten, halben Baum hatten Arbeiter der Königin inzwischen zersägt und die Holzteile weggebracht, die beiden Tiere jedoch trafen sich weiterhin an der gleichen Stelle.
Was die Katze dem Adler mitgebracht hatte, versteckte sie stets unter den über der Erde aufragenden Wurzeln vom Rest der vom Blitz gespaltenen Rotbuche. Der Adler frass alles, was die Katze ihm brachte und während er stückchenweise schluckte, kletterte die Katze am Stamm des halbierten Baumes hoch und maunzte den Adler aufmunternd an. Der zahme Raubvogel stand am Fusse des Baumes und sah hinauf zur Baumkrone, in der die Katze munter herum sprang und immer wieder zu ihm herunter sah. Der Adler hob seine Flügel an, breitete sie kurz aus und legte sie wieder an. Das wiederholte er jedes Mal, wenn er auf die Katze traf und sie ihm die schöne Aussicht oben im Baum schmackhaft machen wollte.

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Nach nochmals dreissig Tagen, als die Bäume im Park der Königin schon fast alle Blätter abgeworfen hatten, besah sich der Adler die Katze, die hoch oben auf einem kahlen Ast des halbnackten Baumes sass, und eine unerklärliche Sehnsucht befiel ihn. Er folgte den Kopfbewegungen der Katze, nach oben in den Himmel und geradeaus in die Ferne. In seiner Erinnerung tauchten Bilder auf, verblasst, aber lebendig, von unendlichen Weiten, die der junge Adler zu erforschen gesucht hatte. Er spürte die pulsierende Kraft, die sich in Wellen durch seinen Körper zog und seine Schwingen weit ausbreitete. Die Katze funkelte den Adler von ihrem Sitzplatz aus an und folgte mit ihrem Blick seinen noch ungelenken, aber kraftvollen Flügelschlägen, weiter hinauf, über die Baumkrone hinaus.

Der Adler flog durch die Lüfte, zog grosse Kreise um den Baum, auf dem die Katze sass, flog auf ihn zu und wieder in die Höhe. Langsam liess er sich hernieder in die Baumkrone und nahm neben der Katze Platz. Leicht drehte er den Kopf, wie er es immer im Park zum Grusse getan hatte, und kletterte, gefolgt vom Blick der Katze, auf den Ast über ihr. Beide sassen nun am Rande der Baumkrone über einander, als der Adler mit seinen Krallen nach dem Nacken der Katze griff und sich mit ihr gegen den Himmel erhob.

Die Katze erstarrte augenblicklich, wusste nicht, wie ihr geschah, so ganz ohne Halt unter ihren Krallen. Noch während sie angstvoll auf den kleiner werdenden Park unter ihnen herab blickte, begann sie, sich am Ausblick zu erfreuen. Der Adler trug sie sicher und gleichmässig durch die Lüfte, und ganz unten, aus dem Park, sahen Menschen zu ihnen herauf und versuchten wohl zu deuten, was dort oben vor sich ging.

Die Sonne, die sich aus einer Wolkendecke heraus löste, befühlte die in der Luft schwebenden Tiere mit ihren Strahlen und brachte das Fell der Katze und das Gefieder des Adlers bei jeder ihrer Drehungen zum Leuchten. Ganz still war es hier oben, und als der Adler mit der Katze noch weiter nach oben flog, verschmolzen sie mit den Wolken.

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„Mutter, sieh, die beiden Wolken da oben! Eine sieht aus wie eine springende Katze und die andere wie ein fliegender Adler“, rief ein kleiner Junge in einer blauen Samtjacke, ruderte aufgeregt mit seinen Armen und lief auf seine Mutter zu.
Diese sah kurz nach oben, entdeckte nur eine gleichmässig geformte Wolkendecke und entgegnete lächelnd: „Natürlich, mein Sohn. Komm, wir gehen jetzt, du hast lange genug im Park gespielt.“

 

Auf Eierschalen

Manchmal dauert es bei mir recht lange, bis ich etwas, das mir im Kopf schon lange klar ist, auch verinnerlicht habe und nach aussen hin lebe. Vermutlich ist das auch bei jedem anderen Menschen so, aber ich habe aufgehört, mir ständig darüber Gedanken zu machen, was andere Menschen denken und wie sie wohl in einer bestimmten Situation empfinden.

Weil ich den ganzen Tag über so viel mit bekomme, eine Fülle an visuellen und akustischen Eindrücken, die mein Gehirn aufsaugt wie ein Schwamm und ungefiltert abspeichert, dazu noch Schwingungen, von Menschen ausgehend, zwischen Menschen.

Und das alles einfach zu viel ist.

Seit etwa 6 Jahren kann ich nicht mehr für mehr als 10 Minuten in einen Supermarkt oder in ein Einkaufszentrum einkaufen gehen. Ich nehme alle Details auf, direkt und aus dem Augenwinkel heraus, und weil da eine geballte Menge an Details in die Regale gepfercht wurde, fängt in meinem Kopf nach einigen Minuten ein Karussell an, sich zu drehen.
Im Umgang mit Menschen verhält es sich ähnlich, weil ich in einem Gespräch offenbar wesentlich mehr Eindrücke aufnehme als die meisten anderen Menschen und mit den Jahren lässt mich das alles immer schneller ermüden.

Ich werde älter, die Rüstung porös.

Nach einem medikamentösen Experiment vor 5 Jahren, das mich in einen fokussierten, wortkargen, dauertranspirierenden Zombie verwandelt hatte, beschloss ich, mich einfach so zu belassen, wie ich eben war. Nur dieses „einfach“ war dann eben doch nicht so einfach umzusetzen, weil alles Positive auch negative Seiten hat und anstrengende, unangenehme Eigenschaften es nun mal mit sich bringen, dass sich Menschen von einem abwenden.

Und weil ich lange nicht verstanden habe, wieso Menschen an ein gemeinsam erlebtes Ereignis eine Erinnerung haben können, die so sehr von meiner eigenen abweicht, kam es manchmal zu unversöhnlichen Brüchen in menschlichen Beziehungen.
Lange hatte ich mich gefragt, wie es sein könne, dass jemand voller Überzeugung ein blaues Tuch als rot bezeichnen könne, wenn doch für jeden klar ersichtlich sei, dass das Tuch eindeutig blau ist. Ein Fakt! Unverrückbar.

Ich habe inzwischen akzeptiert, dass es verschiedene Wahrheiten gibt und dass Fakten relativ sind. Weil Wahrnehmung immer emotional gefärbt ist und durch frühere Erfahrungen und Prägungen beeinflusst wird.
Ich habe nicht mehr das Bedürfnis, aufzuklären, klarzustellen, was die Wahrheit ist.
Menschen vor schlechten Erfahrungen bewahren oder auf den „richtigen“ Weg bringen zu wollen. Jeder hat seinen eigenen Weg zu gehen und bei manchen gehört wohl dazu, mir zu begegnen und sich irgendwann über etwas an mir aufzuregen.
Wenn dies geschieht, mache ich mir keine Gedanken mehr darüber, was mit mir nicht stimmen könnte, ich werde mir weder einreden lassen, ich hätte mich falsch verhalten, noch, dass ich mich zu ändern oder anzupassen hätte.
Wer mit mir nicht klar kommt, soll doch bitte stattdessen die Gelegenheit nützen, um sich zu fragen, wieso ich bei ihm oder ihr solch eine starke Reaktion erzeuge. Manchmal wird man nämlich nur deshalb mit einem Menschen konfrontiert, damit dieser bei einem selbst etwas zutage fördert, das man als längst erledigt und gegessen wähnte. Oder man sieht in einem Spiegel eine ungewollte Eigenschaft, die man doch in sich selbst längst ausgemerzt dachte.

Wer bis hierhin gelesen hat und mich nicht real kennt, hält mich nun wohl für einen hochsensitiven Roboter auf einem neu begonnenen Egotrip. Ich kann dem geneigten Leser versichern, mich auch weiterhin stets so fair, rücksichtsvoll und ethisch sowie moralisch „richtig“ wie möglich zu verhalten. Ich werde einfach nur keinen Tanz auf Eierschalen veranstalten.

Und, wenn sich unsere Wege mal trennen: es ist ok so. Unsere Schienen sollten eben nur so lange neben einander verlaufen, bis wir beide etwas daraus gelernt haben.

…werfe den ersten Stein

Ja, es passieren überall auf der Welt schreckliche Dinge, täglich.
Aber die Sache in Paris ist in Europa passiert, bei unseren Nachbarn. Könnte schon morgen auch bei uns geschehen.
Und das macht betroffen… mehr als alles Andere, das weiter weg passiert.
Weil wir Menschen sind und die menschliche Psyche nunmal nach einem bestimmten Muster funktioniert. Dinge, zu denen wir eine persönliche Verbindung herstellen können, erzeugen bei uns Betroffenheit. Ängste.

Die Einen haben das Bedürfnis, zu beten. Für sich selbst, um sich Mut zu machen, aber auch für die unschuldigen Opfer, unter denen auch jemand aus dem eigenen Umfeld hätte sein können. Gesichter, Schicksale.
Haben (wir) Atheisten das Recht, uns über Gläubige zu erheben? Weil wir davon überzeugt sind, dass Religionen überholter Mist sind und Beten sowieso keine Toten zum Leben erweckt? Wie überlegen sind wir den Betenden, wenn wir so intolerant sind, ihnen ihr Recht auf ihre persönliche Form der Bewältigung von Ängsten, Betroffenheit und einem Gefühl von Hilflosigkeit absprechen zu wollen?

Klar, auch das dreifarbige Unterlegen des eigenen Avas macht niemand wieder lebendig und bei Manchen spielt bei solchen Aktionen wohl auch ein gewisser Herdentrieb eine Rolle, vielleicht auch Geltungsdrang.
Aber steht es uns zu, darüber zu urteilen? Ja, wir sind die Klugen und die anderen einfach nur dumm. Und eitel. Aber wie klug sind wir wirklich? Wenn wir – im Wissen, dass die menschliche Psyche eine höchst fehleranfällige Maschinerie ist und so ziemlich Jede/r mindestens einen Knacks hat – uns selbst ausnehmen, über Andere stellen?
Sind wir selbst denn gänzlich vor Eitelkeiten gefeit, wenn wir das Bedürfnis haben, unsere (scheinbare) intellektuelle Überlegenheit bei jeder Gelegenheit via Soziale Medien hinaus zu posaunen?

Und ja, ich schreibe hier bewusst „wir“.
Weil ich mich ständig dabei ertappe, Verurteilungen zuzustimmen. Selbst zu verurteilen.
Ich bin eben auch nur menschlich.